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scientologygründer hubbard und die schwarze magie

© Hugendubel Verlag, München. Auszug aus dem Buch "Aleister Crowley - das Tier 666"

Aleister Crowley war in der Mitte des 20.Jahrhunderst eine schillernde Figur und Satanist, der mit allen möglichen und und unmöglichen satanischen Ritualen experimentierte. Als er in den 40er Jahren nach Amerika kam, um eine «magische Loge» zu gründen, begegnete er dort dem späteren Scientology-Gründer L. Ron Hubbard. Nachfolgend ein kurzer Auszug aus Crowleys Biografie über das Zusammentreffen der beiden:

Ernstzunehmendes Interesse an Aleister Crowleys Magick kam inzwischen aus Amerika, wo sich in Pasadena, Kalifornien, eine thelemische Loge namens Agape Lodge etabliert hatte. 1942 übernahm Dr. John (oder Jack Parsons) die Führung von Agape Lodge. Über den Verlust seiner Frau Helen (die mit Parsons Vorgänger durchgebrannt war) tröstete ihn deren jüngere Schwester Betty hinweg. Parsons war damals um die fünfundzwanzig und ein Experte für Raketentreibstoffe.

Die Hingabe der Thelemiten (Anhänger von Crowleys Orden) von Pasadena an den magischen Glauben war grenzenlos. Tag für Tag zelebrierten sie in ihrem Tempel Crowleys gnostische Messe, die mindestens vierzig Minuten dauert und die zu ihrer ordnungsgemässen Durchführung eines Priesters, einer Priesterin, eines Diakons, einer Jungfrau, zweier Kinder sowie eines Chors bedarf.

Bruder Saturnus in New York war das Oberhaupt des Ordens für Amerika und sammelte von der Agape Lodge Spenden, die er Crowley nach England schickte.

Im Frühjahr 1945 traf Parsons einen neuen Aspiranten für das Grosse Werk, einen jungen Mann namens Ron Hubbard. Ron Hubbard verfügte über beträchtliches magisches Potential und hinterliess bei den Mitgliedern der Loge einen tiefen Eindruck, was insbesondere für Betty, die Mätresse des Dr. Parsons, galt, die sich nur zu bald in seinem Bett befand.

Dr. Parsons war davon nicht übermässig betroffen. Er hatte sich entschieden, noch intensiver in die Fussstapfen des Tiers (Aleister Crowley) zu treten und sich auf magische Weise eine eigene Frau in Scharlach zu suchen, eine Hure der Sterne ganz für sich allein. Mit anderen Worten: Er schlug vor, ein Elementarwesen oder einen Schutzgeist anzuziehen.

"Vor etwa drei Monaten traf ich Ron Hubbard" schrieb Parsons im Juli 1945 an Crowley, den er mit 'über alles geliebter Vater' anredete. "Er ist Autor und Forscher... und ein Gentleman mit roten Haaren und grünen Augen. Er ist ehrbar und intelligent, und wir sind gute Freunde geworden. Vor etwa zwei Monaten zog er bei mir ein, und obwohl Betty und ich noch ein freundschaftliches Verhältnis zueinander haben, hat sie ihre sexuellen Leidenschaften auf Ron verlagert. Ich habe sie wirklich gern gehabt, aber ich will auch nicht versuchen, ihre Gefühle zu beeinflussen. Obwohl Ron keinerlei formal-magische Unterweisung erhalten hat, verfügt er doch über erstaunliche Erfahrung und ein erstaunliches Verständnis für dieses Gebiet. Von einigen seiner bisherigen Erfahrungen schliesse ich, dass er in direktem Kontakt mit einem höheren Wesen steht, möglicherweise seinem Heiligen Schutzgeist. Seinen Engel beschreibt er als eine wunderschöne Frau mit Flügeln und roten Haaren, die er Kaiserin nennt... Er ist der thelemischste Mensch, den ich je getroffen habe und befindet sich in voller Übereinstimmung mit unseren Prinzipien. Auch ist er an der Errichtung des Neuen Äon interessiert. Dein Sohn John."

Die Prozedur der Heranziehung eines Elementarwesens (das man in seinen eigenen Schutzgeist verwandeln kann) ist in dem streng vertraulichen Dokument des O.T.O* 'Betreffend die Geheimen Ehen der Götter mit den Menschen' beschrieben. Dieses Traktat wurde natürlich von Crowley umgeschrieben und um einige spezifisch Crowleysche Züge erweitert.

Parsons ging ans Werk. Er schrieb Crowley, dass er die VIII°-Instruktionen sorgsam befolgt habe, den Talisman auf die richtige Art geweiht und am Schluss des Rituals dem in Frage kommenden Geist befohlen habe, vor seinen Augen sichtbare Gestalt anzunehmen.

Diese Art Magie (VIII°) lässt sich auch ohne Ministranten durchführen. Dennoch beschloss Parsons die Durchführung des Ritus in Gegenwart von Ron Hubbard. Er selbst trug eine schwarze, Hubbard eine weisse Robe, beide mit Kapuzen. Im Hintergrund donnerte entweder ein Klavierkonzert von Prokofjew oder Rachmaninows symphonische Ballade Die Toteninsel. 

Das Ritual muss eine Eigenentwicklung Parsons oder Hubbards gewesen sein. Es zog sich über elf aufeinanderfolgende Nächte hin. Es scheint, dass Hubbard Parsons zum Teil auch Anweisungen erteilt hat. Die magischen Bedeutungslosigkeiten, die Parsons die meiste Zeit über in die Welt hinausschrie (oder zumindest die Infantilität seiner Verse an Babalon, die Frau in Scharlach), hätten jedenfalls Crowleys Sinn für magische Korrektheiten verletzt. Ein zweiter Brief an Crowley berichtet über die Fortsetzung des Unternehmens: "In den letzten drei Tagen habe ich ein Geburtsritual abgehalten, wozu ich die Tafel der Luft, die Schale und eine weibliche Statuette verwendet habe, die ich korrekt mit dem Zauberstab weihte und im Altar versiegelte. Gestern Abend führte ich ein Ritual der symbolischen Niederkunft durch."

Die Tafel der Luft, beziehungsweise die Elementare Tafel des Enoch ist einer der vier Wachtürme des Universums neben denen des Feuers, der Erde und des Wassers. Parsons praktizierte demzufolge das System des John Dee und seines Sehers Edward Kelley - eine Operation, die Crowley 1909 in der afrikanischen Wüste mit Victor Neuburg gelungen war. Der 'Zauberstab' ist der Penis. Der Talisman, Symbol für den Mutterleib, wurde im Altar eingeschlossen.

Das einzige unmittelbare Ergebnis der Operation war ein heftiger, unnatürlich erscheinender Sturmwind. "Der Sturm ist sehr interessant" schrieb Parsons an seinen über alles geliebten Vater "aber nicht ganz das, was ich haben wollte."

Die Schwangerschaft endete im Februar 1946, als das Elementarwesen in menschlicher Form endlich auf den Plan trat. Begeistert schrieb Parsons an Crowley: "Ich habe sie! Sie tauchte einen Abend nach Beendigung der Zeremonie auf und blieb bei mir. Nächste Woche wird sie zwar nach New York zurückgehen. Sie hat rotes Haar - wie angegeben - und grüne, schrägstehende Augen. Wenn sie zurückkommt, wird sie dem grossen Werk sicher ebenso hingebungsvoll dienen wie ich!" Ihr Name war Marjorie Cameron.

Mit seiner 'Frau in Scharlach' (Marjorie Cameron) und in Gegenwart von Ron Hubbard zelebrierte Parsons ein Ritual IX°, um ein höheres Wesen zu erschaffen.

Crowley schrieb an Bruder Saturnus in New York: "Entweder Parsons oder Hubbard oder sonst jemand produziert ein Mondkind. Mir schwillt der Kamm, wenn ich mir diesen Schwachsinn vorstelle."

Hubbard erwarb sich indes in aller Stille genügend Kenntnis von Crowleys magischen Geheimnissen, was ihm ein paar Jahre später bei der Gründung seiner gefeierten Church of Scientology zugute kommen sollte. 

Die beiden Magier in Pasadena gerieten in Streit, Hubbard setzte sich mit Betty in Parsons Yacht ab. Parsons legte sein magisches Gewand an, betrat den magischen Kreis und sprach das Bannungsritual des Pentagramms, das jedem Akt der Magie vorausgeht und anschliessend die volle Invokation des Bartzabel, des Geistes des Mars, den er um Hilfe ersuchte. Ergebnis: Eine Bö warf die Yacht auf ein Riff. "Ich habe sie gefesselt und gebunden", schrieb er mit leuchtenden Augen, "was immer sie tun, sie werden im Gefängnis landen."

Dr. Hubbard erklärte dazu mit der ihm eigenen Offenheit (Brief in der Sunday Times vom 28. Dez. 1969), dass er der Kirche Thelema in Kalifornien nur deshalb beitrat, um in Amerika die Schwarze Magie auszumerzen. Er "rettete dabei ein Mädchen, das sie zu ihren Zwecken missbrauchten. Die Gruppe wurde aufgebrochen und zerstört und hat sich nie wieder von diesem Schlag erholt."

> Angaben zum Buch

 

* O.T.O steht für Ordo Templis Orientalis- Orientalischer Templerorden, dem Aleister Crowley vorstand. Diese okkulte Gesellschaft wurde zur Jahrhundertwende in Deutschland gegründet. Seine Führer waren bekannte Grossmeister in Freimaurerlogen wie Franz Hartmann, Heinrich Klein und Karl Kellner. Den Beschluss zur Gründung hatten sie gefasst, nachdem zum einen der aus Wien stammende Karl Kellner von einer ausgedehnten Asienreise zurückgekehrt war und nachdem sie zum anderen die Mysterien des Yoga sowie die Lehren des Pfades zur Linken studiert hatten, die sie "Sexualmagie" nannten. Ihren Ordensnamen ("Orientalischer Templerorden") wählten die deutschen und österreichischen Okkultisten aufgrund der vermuteten Sexualpraktiken der Templer, die anfangs des 14.Jahrhunderts zur Ächtung dieser Gesellschaft geführt hatten.

Crowley fand Eingang in den Orden, weil er die "sexualmagischen Geheimnisse" des Ordens gelüftet hatte. Später übernahm er die Leitung des Ordens.

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