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religion und irrationalität

«Richtigkeit ist überhaupt keine Kategorie, die man auf Religion anwenden könnte. Religion besteht aus seelischen Tatsächlichkeiten, von denen man nicht sagen kann, sie seien richtig oder unrichtig. Sind Läuse oder Elephanten richtig oder unrichtig? Es genügt, dass sie sind.»

«Die alten Religionen mit ihren erhabenen und lächerlichen, mit ihren gütigen und grausamen Symbolen sind nämlich nicht aus der blauen Luft, sondern aus dieser menschlichen Seele entstanden, wie sie auch in diesem Moment in uns lebt. Alle jene Dinge, ihre Urformen, leben in uns und können jederzeit mit vernichtender Gewalt auf uns hereinbrechen, nämlich in Form der Massensuggestion, gegen die der einzelne wehrlos ist. Unsere furchtbaren Götter haben nur den Namen gewechselt, sie reimen jetzt aus «ismus». Oder hat vielleicht jemand die Stirne, zu behaupten, der Weltkrieg oder der Bolschewismus sei eine geistreiche Erfindung gewesen?»

«So wie wir äusserlich in einer Welt leben, wo jederzeit sich ein Kontinent senken, sich die Pole verschieben, eine neue Pestilenz ausbrechen kann, so leben wir innerlich in einer Welt, wo jederzeit etwas ähnliches entstehen kann, allerdings nur in Form der Idee, aber nicht minder gefährlich oder unzuverlässig.

Nichtanpassung an die innere Welt ist eine ebenso folgenschwere Unterlassung wie Ignoranz und Unfähigkeit in der äusseren Welt.»

«Man kann nämlich einer Ergriffenheit verfallen, wenn man nicht beizeiten begreift, warum man ergriffen worden ist. Einmal sollte man sich fragen: Warum hat mich jener Gedanke so ergriffen? Was heisst das in Bezug auf mich selber? Dieser bescheidene Zweifel kann uns davor schützen, der eigenen Idee restlos und auf Nimmerwiedersehen zu verfallen.»

C.G.Jung

Aus: «Von Schein und Sein. Einsichten und Weisheiten»

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